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Geotherm 2020 veröffentlicht Kongressprogramm

Die Geotherm bietet am 5. und 6. März 2020 als Europas größte Geothermie-Fachmesse mit Kongress Raum für intensiven Austausch und aktuelle Diskussionen.

Dabei kombiniert die Veranstaltung die oberflächennahe sowie tiefe Geothermie. Bereits bei der vergangenen Veranstaltung wurden 200 Aussteller sowie über 3.600 Besucher aus 48 Nationen registriert. Das nationale sowie internationale Netzwerk der Geothermie entfaltet damit am Messestandort Offenburg einmal jährlich einen umfassenden Spiegel der Branche.

In rund 40 Fachvorträgen werden aktuelle Themen und Fragestellungen diskutiert. Im Bereich der oberflächennahen Geothermie werden am ersten Kongresstag beispielsweise Torsten Seidel und Timo König von der Delta h Ingenieurgesellschaft die Machbarkeitsanalyse zu einer Pilotanlage zur Wärmespeicherung innerhalb eines ehemaligen Steinkohlebergwerkes (auf dem Opelstandort Werk I in Bochum-Laer) darstellen, welche zukünftig einen Beitrag zur Wärmeversorgung für den neu zu entwickelnden Gewerbestandort (Bochum Perspektive 2022) und das Fernwärmenetz Bochum-Süd leisten soll. Das aktuell nicht mehr zugängliche Grubengebäude der ehemaligen Zeche Dannenbaum soll dabei über zwei Bohrungen erschlossen werden, um in den noch vorhandenen Streckenhohlräumen einen Wärmespeicher mit einem Volumen in der Größenordnung von 500.000 Kubikmetern zu etablieren.

Ebenfalls am ersten Kongresstag widmet sich Prof. Dr.-Ing. Frieder Häfner von der TU Bergakademie Freiberg den Aspekten der Planung und Wirtschaftlichkeit der Erdwärmegewinnung aus ungenutzten Tiefbohrungen. In Deutschland existieren tausende Tiefbohrungen (insbesondere im Norddeutschen Becken), die vor allem zur geologischen Erkundung und zur Förderung von Erdöl und Erdgas niedergebracht wurden. Nur ein geringer Teil davon, aber sicher einige Hundert, sind noch zur geothermischen Nutzung geeignet. Diese stellen ein Potenzial zur Heizwärmegewinnung dar. In seinem Vortrag wird Prof. Häfner auf Erfahrungen aus Nachnutzungsprojekten eingehen.

Auch der zweite Kongresstag bildet sowohl Vorträge der Tiefen als auch oberflächennahen Geothermie ab. So wird Benjamin Perntner von de Jansen AG in einen Best Practice Vortrag aufzeigen, wie eine Kostenreduzierung mit gleichzeitiger Erhöhung von Systemsicherheit und Effizienz bei Erdwärmesonden bis 100 Meter möglich ist.

Der Bohrdynamiksimulation für tiefe Geothermie nimmt sich am zweiten Veranstaltungstag Prof. Dr.-Ing. habil. Georg-Peter Ostermeyer von der Technische Universität Braunschweig an. Aufgrund des großen Längen/Durchmesser-Verhältnisses können komplette Bohrstränge nicht außerhalb des Bohrloches in Hardware getestet werden. Genau hier setzen HIL-Simulationen (Hardware-in-the-Loop-Simulationen) an, bei denen etwa die Bohrgarnitur in Hardware abgebildet wird und der Bohrstrang selbst durch geeignete mathematische Modelle simulativ beschrieben wird. Mit dem HIL-Ostrator als skaliertem Bohrsimulator können HIL-Simulationen zur Beschreibung der Bohrstrangdynamik durchgeführt werden. Die hierfür entwickelten HIL-Regelalgorithmen und Methoden lassen sich skaliert auch auf beliebige Full-Scale-Teststände anpassen. So lassen sich Bohrprozess und Bohrstrangdynamik realitätsnah im Teststand abbilden. Damit wird ein Werkzeug geschaffen, mit dem gezielt der Bohrfortschritt von Geothermiebohrungen optimiert werden kann.

North-Atlantic - Symposium wird zweitägig

Zum vierten Mal in Folge findet ein internationales Symposium in der Oberrheinhalle auf dem Offenburger Messegelände statt. Nach Lateinamerika, Asien und der Baltic Sea stehen in 2020 die nördlichen Anrainerstaaten des Atlantiks im Fokus des „North-Atlantic Symposiums“. Erstmals findet das Symposium in 2020 parallel zur Geotherm statt und nicht mehr wie in der Vergangenheit zeitlich versetzt.

Initiiert wird das Symposium von der Internationalen Energie Agentur (IEA Geothermal TCP), die es in Kooperation mit der Messe Offenburg durchgeführt. Internationale und nationale Vertreter nutzen dabei die Möglichkeit, sich intensiv über aktuelle Aktivitäten, Erkenntnisse und Projekte in den nördlichen Anrainerstaaten des Atlantiks auszutauschen.

Weitere Informationen unter www.geotherm-offenburg.de

3217 - Geotherm 2020 veröffentlicht Kongressprogramm
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