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Mehr Sicherheit im All – Weltraumradar Gestra ist startklar

Nach fünfjähriger Entwicklungs- und Bauphase ist das erste deutsche Weltraumradar mit Sende- und Empfangseinheit auf der Schmidtenhöhe bei Koblenz installiert.

Im Weltraum ist (immer mehr) los: Mehrere tausend Satelliten, Raumfahrzeuge und andere Objekte ziehen auf Orbits zwischen 300 und 3000 Kilometern Höhe ihre Bahnen. Nicht nur abgeschaltete Satelliten und Raketenoberstufen befinden sich dort, sondern auch hunderttausende kleiner Trümmer. Satelliten und andere Weltrauminfrastruktur wie zum Beispiel die Internationale Raumstation ISS müssen deshalb rund um die Uhr beobachtet werden, um Kollisionen zu vermeiden. „Aktive“ Objekte können gesteuert werden und Ausweichmanöver fliegen, „inaktiver“ Weltraumschrott wie ausgediente Satellitenteile oder auch Rückstände von Raketen stellen eine potenzielle Gefahr dar.

Das Weltraumradar Gestra (German Experimental Space Surveillance and Tracking Radar) kann Weltraumobjekte im erdnahen Orbit rund um die Uhr überwachen. Es ist in seiner Komplexität - mit jeweils 256 einzeln elektronisch ansteuerbaren Sende- und Empfangseinheiten - und seinem Aufbau - mobil mit zwei getrennten Containern für Sender und Empfänger - einzigartig.

Am 13. Oktober 2020 wurde Gestra an seinem finalen Standort auf dem Bundeswehrgelände Schmidtenhöhe bei Koblenz eingeweiht: Von hier aus werde das Experimentalradar einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung der Satelliten im erdnahen Weltraum leisten, erläutert Dr. Walther Pelzer, Vorstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), zuständig für das Raumfahrtmanagement. Gestra besteht aus einer Sende- und einer Empfangseinheit, die beide hier aufgebaut sind. Mit ihnen kann man Weltraumobjekte im niedrigen Erdorbit detektieren und ihre Bahn vermessen. Von hier aus werden die Messdaten an das deutsche Weltraumlagezentrum nach Uedem gesendet. Dort entsteht ein umfangreicher Katalog, der rund um die Uhr über die ‚Lage im All‘ und mögliche Gefahren informiert. Wenn Gestra nach Abschluss aller Tests voraussichtlich Anfang 2021 seinen operativen Betrieb aufnimmt, erhält Deutschland erstmals unabhängig Daten für die Erstellung eines eigenen Katalogs von Objekten im niedrigen Erdorbit.

Gestra ist das erste deutsche Weltraumradar: Das DLR Raumfahrtmanagement in Bonn hat es mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) vom Fraunhofer Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR) in Wachtberg bei Bonn in den vergangenen fünf Jahren entwickeln und bauen lassen. In den letzten Monaten ist Gestra an seinem finalen Standort auf der Schmidtenhöhe bei Koblenz installiert worden. Die Daten des deutschen Experimentalradars werden im gemeinsam vom DLR Raumfahrtmanagement und der Luftwaffe in Uedem (Niederrhein) betriebenen Weltraumlagezentrum verarbeitet.

Weitere Informationen unter www.dlr.de

3460 - Mehr Sicherheit im All – Weltraumradar Gestra ist startklar
PR/as
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