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Kanadische Gletscher im Klimawandel

Eine Abschlussarbeit an der Jade Hochschule untersucht kanadische Gletscher per Geodatenanalyse, um Anzeichen für den Klimawandel zu finden.

Das Schmelzen von Gletschern ist eines der Symbole des globalen Klimawandels und ihre Überwachung Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit an der Jade Hochschule untersuchte Masterstudentin Sarah Hauser die Veränderung von Gletscherformationen mit Hilfe von Radarsatellitendaten und Methoden der Geodatenanalyse. Im Fokus der Arbeit, die in Kooperation mit dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) erstellt wurde, standen die Gletscherformationen auf der Axel-Heiberg-Insel in der kanadischen Hocharktis.

Fernerkundungsdaten als Basis für die Gletscherzonenanalyse kanadischer Gletscher

Für ihre Arbeit nutzte Hauser hochauflösende Radardaten des deutschen Erdbeobachtungssatelliten Terrasar-X. Gegenüber optischen Satellitendaten haben diese den Vorteil, dass sie frei von Wolkenbedeckung oder unterschiedlichen Lichtverhältnissen sind. Die verschiedenartigen Gletscherzonen lassen sich mit ihrer Hilfe klar identifizieren. Zusätzlich wurden ein digitales Höhenmodell, optische Satellitendaten und meteorologische Daten verwendet, um die Änderung der Schnee- und Eisbedingungen im zeitlichen Verlauf zu erkennen.

Steigende Oberflächentemperaturen und ausgedehnte Schmelzzonen als Zeichen des Klimawandels

Im Ergebnis entstanden digitale Übersichtskarten für die Jahre 2017 bis 2020. Bereits seit den 1970er Jahren stellten Wissenschaftler in der Region einen kontinuierlichen Anstieg der Lufttemperaturen fest. Und auch Hausers Untersuchungen bestätigen diesen Trend.

Für den White Glacier-Gletscher ermittelte die Studentin der Geoinformationswissenschaften zusätzlich die Oberflächenfließgeschwindigkeit. Hier konnte allerdings kein direkter Zusammenhang zwischen stärkerer Fließgeschwindigkeit und höheren Temperaturen auf der Gletscheroberfläche hergestellt werden.

Prof. Dr. Roland Pesch, betreuender Dozent der Abteilung Geoinformation, lobt die innovative Methodik der Arbeit. Die Stärke liege in der neuartigen Kombination aktueller Satellitendaten, geodatenanalytischer Methoden und dem direkten Anwendungsbezug, so Pesch. Zweitprüferin Anna Wendleder vom Earth Observation Center des DLR ergänzt, dass die Ergebnisse der kooperativen Abschlussarbeit in ein Forschungsprojekt zur Kartierung kanadischer Gletscher mit der University Waterloo in Kanada einfließen würden.

Mit dem neu erlangten Masterabschluss in Geoinformationswissenschaften möchte Hauser zukünftig als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am DLR arbeiten und sich weiter mit der Thematik Gletscher beschäftigen.

Weitere Informationen unter www.jadewelt.jade-hs.de/

3607 - Kanadische Gletscher im Klimawandel
PR/as
Keywords:
GeodäsieGeoinformationGeoGeoinformatikGIGletscherKlimawandelJade Hochschule