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Grüne Wellen für Rettungskräfte

Im Projekt Sirene hat das DLR mit Anwendern und Partnern eine intelligente Ampelsteuerung entwickelt und erprobt, damit Rettungskräften schneller zum Einsatzort gelangen.

Auf dem Weg zum Einsatzort behindert oft dichter Verkehr das Durchkommen der Rettungskräfte, die jetzt aber durch das Projekt Sirene unterstützt werden. Vor allem das Überqueren von Kreuzungen ist mit einem erheblichen Unfallrisiko verknüpft und kostet Zeit. Um das zu ändern, hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit Anwendern sowie Partnern aus Industrie und Forschung eine intelligente Ampelsteuerung entwickelt und erprobt. Mit den Erkenntnissen aus dem Projekt Sirene (Beschleunigung von Sicherheits- und Rettungseinsätzen durch grüne Wellen und optimiertes Routing) können Einsatzkräfte in Zukunft sicherer und schneller ans Ziel gelangen. Ampeln sichern die Einsatzfahrt an Kreuzungen rechtzeitig ab. Das gibt allen Verkehrsteilnehmern – ob im Auto, auf dem Rad oder zu Fuß – mehr Orientierung und Sicherheit. Gleichzeitig kann der Verkehr schneller wieder fließen, nachdem die Einsatzfahrzeuge eine Kreuzung passiert haben.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat das Projekt im Rahmen der Innovationsinitiative „mFUND“ gefördert.

Ampeln für Rettungskräfte steuern – mit Köpfchen und nach Bedarf

Jeder kenne die Situation: Man sitze im Auto, sehe Blaulicht, höre das Martinshorn und frage sich, wo soll ich am besten hin? So beschreibt Sten Ruppe, Projektleiter und Forscher am DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik ,die Ausgangslage. Anstatt den ganzen Verkehr anzuhalten, könne man mit Hilfe der Sirene-Technologie punktgenau und richtungsbezogen priorisieren. Man schalte nur die Ampeln rot, die man benötige. So kann man auch einzelne Richtungsfahrspuren sperren, die von den Rettungskräften dann zum Überholen genutzt werden. Das bedeutet im Umkehrschluss: Der Verkehr auf anderen Spuren, der die Route der Einsatzkräfte nicht beeinflusst, kann ungestört weiterfahren. So können Staus vermieden werden.

Praxistest für intelligente „grüne Welle“ in Braunschweig

Wie die intelligente grüne Welle für Rettungskräfte in der Praxis funktioniert, hat das Projektteam an 16 Kreuzungen in der Stadt Braunschweig getestet. Dazu wurden drei Feuerwehrfahrzeuge und ein Rettungswagen mit dem Sirene-System ausgestattet. Per LTE-Mobilfunk oder Car2X-Kommunikation (dabei tauschen Fahrzeuge Informationen mit anderen Fahrzeugen oder der Infrastruktur aus) können die Einsatzfahrzeuge so Einfluss auf den Verkehr nehmen, bevor sie die Kreuzung erreichen. Das Sirene-System ist außerdem mit dem Verkehrsleitrechner der Stadt Braunschweig, dem Einsatzleitsystem der Feuerwehr Braunschweig und den Ampeln verbunden. Geht eine Alarmmeldung ein, werden die Routen für die Einsatzfahrzeuge berechnet. Bereits beim Einsteigen in den Einsatzwagen ist die Route erstellt und wird auf einem Bildschirm angezeigt.

Schnell, flexibel und gut vernetzt

Im Laufe des Projekts hat das Sirene-Team unterschiedliche Verfahren erprobt, um die Ampeln zu steuern. Das System meldet die Einsatzfahrzeuge über den zentralen Verkehrsleitrechner der Stadt Braunschweig an und ab. Beim Verlassen der Feuerwehrwache schaltet Sirene die jeweiligen Ampeln unmittelbar über den Verkehrsleitrechner für andere Verkehrsteilnehmer auf Rot und priorisiert die Durchfahrt für den Einsatzwagen. Diese Option wurde maßgeblich von den Software-Unternehmen und Projektpartnern Gevas und PTV entwickelt. Nähert sich ein Einsatzwagen einer Kreuzung entlang der Route, die weiter von der Feuerwehrwache entfernt liegt, so findet die Steuerung der Ampel dezentral statt. Hier kam vor allem das DLR-Know-how zum Einsatz: Ein oder mehrere Fahrzeuge melden sich über Car2X-Kommunikation bei der Kreuzung an. Das intelligente Sirene-System entscheidet dann über die optimale Priorisierung. Haben alle Einsatzfahrzeuge eine Kreuzung überquert, löst das System automatisch die priorisierte Ampelschaltung sofort auf. So lassen sich unnötige Wartezeiten für die übrigen Verkehrsteilnehmer vermeiden.

Weitere Informationen unter www.dlr.de

3627 - Grüne Wellen für Rettungskräfte
PR/as
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