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Die Hochwassergefahr im Blick

Die Hochwasservorhersagezentrale Hessen ist nunmehr seit über zehn Jahren im Einsatz, um wertvolle Informationen über mögliche Hochwasser zu liefern.

Wenn Flüsse binnen kürzester Zeit über die Ufer treten und Wassermassen auf Gebäude und Menschen zufließen, ist es meist zu spät: Keller laufen voll, Straßen werden durch das Hochwasser unpassierbar, Innenstädte verwüstet. Im schlimmsten Fall kommen auch Menschen zu Schaden – extremes Hochwasser bedeutet Ausnahmezustand. Im Ernstfall kommt es auf jede Minute an, um sich vorzubereiten und Schäden zu vermindern.

Die Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) im Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) ist daher seit über zehn Jahren im Einsatz: Sie warnt die Menschen in gefährdeten Gebieten vor und verschafft ihnen damit einen Zeitvorsprung. Bei der Hochwasserkonferenz Hessen in Stadtallendorf, bei der sich betroffene Kommunen, Behörden und Interessensvertretende zum Hochwasserschutz austauschen, feiert die HVZ ihr Jubiläum nach. Die Zehn-Jahres-Feier musste im letzten Herbst aufgrund der Pandemie ausfallen.

Rechtzeitig vor Hochwasser warnen

Seit ihrem Start konnte die HVZ bereits in einigen Extremsituationen helfen: Kaum gegründet musste sie bereits im Januar 2011 an fast allen hessischen Flüssen vor Hochwasser warnen. Damals erreichte der Main in Frankfurt eine Höhe von fast fünf Metern, andere Orte meldeten mehr als zehn Tage lang Hochwasser. Auch im Mai und Juni 2013 sowie von Dezember 2017 bis Februar 2018 hatte Hessen mit extremen Pegelständen zu kämpfen. In solchen Situationen ist der Zeitvorsprung, den die HVZ verschafft, unverzichtbar. So können sich die betroffenen Gebiete zum Beispiel mit mobilen Schutzwänden gegen die Fluten wappnen. Die Mitarbeiter der HVZ informieren nicht nur täglich, in Hochwassersituationen stündlich, über die Wasserstände, sondern geben auch über den mutmaßlichen Verlauf Auskunft. Mit ihren Berechnungen können sie Vorhersagen bis zu sieben Tage im Voraus treffen. Die Daten sind Grundlage der örtlichen Hochwasserwarn- und -meldedienste. Neben kommunalen Verwaltungen können zudem die benachbarten Bundesländer sowie die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mit diesen Informationen planen.

Besonders im Winterhalbjahr ab November kommt es in Hessen immer wieder zu Hochwasser. Mit dem Klimawandel könnte mittelschweres Hochwasser im Winter zunehmen, Starkregen und Sturzfluten würden häufiger auftreten, so HLNUG-Präsident Professor Thomas Schmid. Deshalb sei die aktuelle und zuverlässige Hochwasservorhersage auch in Zukunft wichtig. Um außergewöhnliche Situationen wie Starkregen auf trockenem Boden noch besser abzubilden, entwickele man die Vorhersagen der HVZ ständig weiter.

Weitere Informationen unter www.hochwasser-hessen.de

3763 - Die Hochwassergefahr im Blick
PR/as
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